OBWALD – Lebendige Volkskultur, 4.–6. Juli 08, Giswil OW

Veröffentlicht am 25 Juni 2008, 16:11 in der Kategorie Folklore, Verschiedenes, Veranstaltungen.

Von Martin Hess, künstlerischer Leiter, www.obwald.ch

Die Frage, welches die Voraussetzungen einer lebendigen Volkskultur mit Zukunft sind, hat mich immer wieder beschäftigt beim Ausrichten des Volkskulturfestes OBWALD. Gewiss spielen äussere Umstände eine Rolle, die geographischen Gegebenheiten beispielsweise, die Landschaft, mit der Volkskultur immer aufs engste verbunden ist. Unsere diesjährigen Gäste aus dem Süden, die Tessiner, Sizilianer und Sarden, sind Musterbeispiele dafür. Im abgeschiedenen, verkehrstechnisch kaum erschlossenen Bergland Sardiniens erhielt sich eine Musiktradition, deren Ursprünge sich im Dunkel der Geschichte verlieren. Den ganzen Text lesen >>

Auch Alphornbläser müssen Musiktitel melden

Veröffentlicht am 24 Juni 2008, 14:35 in der Kategorie Folklore, Verschiedenes, Veranstaltungen.

Von Werner Kuhn

Mit grossem Interesse habe ich die Teilnehmerliste der Alphornbläservorträge am kommenden Eidgenössischen Jodlerfest in Luzern studiert. Dabei musste ich leider feststellen, dass immer noch relativ viele Bläser keine Komposition, sondern lediglich “nach Ansage” melden.

Nicht nur die Zuhörer, sondern auch die aktiven Alphornbläser sind auf Grund des Festführers interessiert, Kompositionen und Komponisten zu finden. Für einen so wichtigen Anlass braucht es unbedingt eine Zielsetzung, auch bei den Alphornbläsern. Stellt euch vor, wenn beim Jodeln keine Lieder mehr angegeben werden müssten! In diesem Sinne wünsche ich mir, bei nächsten Anlässen keine Meldungen mehr mit “nach Ansage” lesen zu müssen.

Jugend + Musik

Veröffentlicht am 24 Juni 2008, 14:07 in der Kategorie Verschiedenes, Förderung, Politik.

Von Martin Sebastian

Der 31. Mai 2008 hat gezeigt, was möglich ist, wenn sich Musikschulen, Orchester und Musikvereine gemeinsam engagieren: Im Rahmen des nationalen Strassenmusiktages wurden rund 30 000 Unterschriften gesammelt und somit das Zustandekommen der Initiative “Jugend + Musik” gesichert. Besonders erfreulich ist auch das breite Medienecho.

Eigentlich ist ja niemand gegen die Initiative, aber gerade das war wohl auch das Handicap um auf genügend Unterschriften zu kommen. Schön, dass mit gemeinsamen Kräften nun diese sehr sinnvolle Initiative steht. Den ganzen Text lesen >>

Der Mensch braucht Kultur zum Leben

Veröffentlicht am 15 Juni 2008, 15:32 in der Kategorie Brauchtum, Folklore, Kunsthandwerk, Verschiedenes, Veranstaltungen, Förderung.

Von Franz Stadelmann, Jodler, Volksmusiker, Komponist, Älpler, Fahrlehrer

Vor allem in der heutigen Zeit, wo viele Gemüter wegen Arbeitslosigkeit, Preiszerfall, Alltagshektik und Unzufriedenheit oft den Sonnenaufgang und das Schöne, das wir nach wie vor noch besitzen, nicht mehr sehen, ist das kulturelle Geschehen ein nicht mehr wegzudenkender Faktor. Kultur ist ein Begriff, den man kaum definieren kann, so breit und vielfältig kann er sein. Doch sind wir uns einig: der Mensch braucht Kultur zum Leben, sie hilft ihm mehr als man denkt in schwierigen, oft moralisch bedrückenden Momenten. Franz StadelmannSelber als Kulturschaffender kann ich in kleineren und grösseren Kreisen und Veranstaltungen erleben, wie man Leuten Freude bereiten und sie glücklich machen kann. Wenn ich an meine Jugendzeit denke, wie uns die Mutter die alten Lieder beigebracht hat und wenn ich bei alten Menschen verweilen kann, die mir erzählen, dass sie ihr Können, ihr Handeln, ihre Eigenarten, ihr Wissen aus früheren Zeiten auch von ihren Vorfahren erhalten haben, denke ich nur an die eine Aufgabe: Alles daran setzen zu müssen, dass uns diese wertvollen Sachen nicht verloren gehen. 

„Sitz zu aute Lüüt uf ds Bänkli ou di Chrankne bruche dy zeigne, das isch ds beschte Gschänkli, dass si nid vergässe sy“  

Früher waren vielfach bis drei Generationen im gleichen Haus, Den ganzen Text lesen >>

Vom Jodeln und vom Johlen

Veröffentlicht am 12 Juni 2008, 20:25 in der Kategorie Folklore, Brauchtum, Verschiedenes, Veranstaltungen.

Von Matthias Zehnder, Chefredaktor der Coopzeitung

Alle Schweizer kennen es, das „Joo-du-li-du-li-du-li-do“, das Jodeln also. Das Lexikon bezeichnet Jodeln als „text- und wortloses Singen“. Der einfache Jodelruf kommt vom Lockruf, mit dem die Bauern in den Bergen das Vieh angerufen haben. Jodeln mag nicht wirklich hip sein und ist im Radio nicht mehr häufig zu hören. Doch gejodelt wird weiterhin und nicht nur von Frauen und Männern im Sennenchuttelli. Das „text- und wortlose Singen“ verbindet Generationen und reisst auch abgebrühte Grossstadtbewohner mit, wenn sie in den Ferien zufällig an einem Abend ein paar Bergler jutzen hören.

Dieser Tage ist allerdings ein anderes „text- und wortloses Singen“ zu hören: Die Fan-Chöre in den Fussballstadien. Mir ist das „Olee-ole-ole-olee“ nicht so sympathisch wie das Jodeln. Die Erfahrung zeigt: Wenn die Masse grölt, wird es unheimlich. Offenbar gibt es ganz unterschiedliche Arten, gemeinsam zu singen. Beim Jodeln entsteht eine Gemeinschaft, die den Zuhörer mit einschliesst, beim Johlen schliesst die grölende Menge den Zuhörer eher aus. Vielleicht ist das ein Fazit, das man heute ganz generell ziehen müsste: Wir johlen zu viel und jodeln zu wenig.

Eidg. Jodlerfest 2008 der Superlative

Veröffentlicht am 3 Juni 2008, 20:12 in der Kategorie Folklore, Brauchtum, Verschiedenes, Veranstaltungen.

Von Martin Sebastian, Redaktor blog-volkskultur.ch 

Vom 26. bis 29. Juni 2008 findet in Luzern das 27. Eidgenössische Jodlerfest statt. Erwartet werden über 11 000 aktive Jodlerinnen und Jodler, Alphornbläserinnen und Alphornbläser sowie Fahnenschwinger. Dazu werden rund 200 000 Festbesuchende nach Luzern pilgern. Das sind Zahlen von denen vor Jahren nur geträumt werden konnte. Die Stadt Luzern hat zusammen mit dem Organisationskomitee ein Fest der Superlative mit u. a. einer spektakulären, einzigartigen Musik-, Licht-, Feuer- und Sternenshow rund um das Seebecken vorbereitet.

Logo Eidg. Jodlerfest 2008 LuzernDetaillierte Informationen zum gesamten Festprogramm: www.jodlerfestluzern.ch

Warum wurden die Jodlerfest so populär, nicht nur für die Aktiven, sondern inbesondere auch für die Besucherinnen und Besucher? Wie sollen zukünftig die Jodlerfeste gestaltet werden? Geht das Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen im Festrummel unter? Oder …?

Neues Zürcher Kongresshaus

Veröffentlicht am 3 Juni 2008, 20:10 in der Kategorie Architektur, Verschiedenes, Veranstaltungen, Politik.

Von Martin Sebastian, Redaktor blog-volkskultur.ch 

Am 1. Juni 2008 hat das Stimmvolk dem neuen Zürcher Kongresshaus eine Absage erteilt. Die Fachleute sind sich über deren Gründe nicht ganz einig. Folgende Aussagen stehen sich gegenüber: “Zürich als Grossstadt braucht ein grosses modernes Kongresshaus” oder “Das bestehende Kongresshaus genügt für Zürich” oder “Wir wollen ein neues Kongresshaus, aber nicht so einen Megaklotz direkt am See” oder “Das neue Kongresshaus gehört an einen anderen Standort” oder “Das vorgeschlagene Projekt ist völlig daneben” oder “Zürich hat andere Aufgaben als ein neues Kongresshaus zu bauen” oder ….

Logo Stadt ZürichSo wurde u. a. das Projekt von der Stadt Zürich vorgestellt: http://www.stadt-zuerich.ch/internet/hbd/home/planen_bauen/wichtige_bauten/kongresszentrum.html

Es soll hier eine unabhängige Diskussion eröffnet werden, die nicht Wahlkampfthemen wiederkaut, sondern ev. einen Weg zu einem sinvollen Zürcher Kongresshaus ermöglichen kann.

blog-volkskultur.ch ist bereit für die Zukunft

Veröffentlicht am 3 Juni 2008, 19:12 in der Kategorie Kunsthandwerk, Brauchtum, Folklore, Blasmusik, Architektur, Begriff, Sparten, Förderung, Veranstaltungen, Verschiedenes, Politik.

Von Martin Sebastian, Redaktor blog-volkskultur.ch 

Auf dieser Seite soll zukünftig die ganze Bandbreite der Schweizer Volkskultur besprochen werden. Dies ist sicherlich eine mutige Aussage, aber ohne Mut wird es auch keine spannende Zukunft geben. Es ist der Redaktion dieser unabhängigen Plattform auch bewusst, dass blog-volkskultur.ch der Zeit noch etwas voraus ist. Noch bewegen sich nämlich nicht alle (eher wenige, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren) Volkskulturinteressierenden regelmässig im Internet. Aber gerade das macht die Sache noch spannender, denn wir stehen am Anfang eines Weges und wissen gar nicht so genau wo er hinführen wird (klingt wie ein modernes Abenteuer!).

Logo blog-volkskultur.chNatürlich sei auch ein kritischer Blick auf das eigene Tun erlaubt. So dürfen wir hier auch über die Notwendigkeit eines solchen Blogs diskutieren. Manche denken bestimmt, dass die Volkskultur in der Schweiz sehr gut ohne diese Diskussionsplattform auskommen kann. Das hat bestimmt seine Berechtigung. Aber haben Sie schon daran gedacht: Wo und wie könnten ohne grossen Zeitaufwand alle mit allen über ein Thema diskutieren?

Die Diskussion ist eröffnet! Und bitte nicht vergessen: Volkskultur ist sehr vielfältig! Die Themen dürfen vom Brauchtum, über die Musik bis hin zur Architektur reichen. Alle Reaktionen und insbesondere auch Themenvorschläge für einen neuen Diskussionsblock sind jederzeit herzlich willkommen. Ich freue mich auf eure Diskussionsbeiträge rund um die Schweizer Volkskultur.